Satellitenanlage – ein allgemeiner Ratgeber

Satellitenempfang wird von knapp der Hälfte aller deutschen Haushalte nach wie vor genutzt, um die Nachrichten, Daily-Soaps, die Sportschau oder andere Fernsehsendungen und -programme zu empfangen. Aus dem allgemeinen Stadbild sind die großen, meist hellen Satellitenschüsseln kaum mehr wegzudenken. Ebenso beliebt sind SAT-Anlagen überall dort, wo kein Kabelanschluss zur Verfügung steht, wie etwa in ländlichen Gegenden oder auf Reisen.

Wie eine Satelliten Anlage funktioniert, welches Modell sich für welchen Einsatzbereich eignet und welche Kriterien man als Kunde beim Kauf beachten sollte, erklären die folgenden Zeilen.

Wie funktioniert eine Satellitenanlage?

Die wohl wichtigste Komponenten einer kompletten Satellitenanlage sind Receiver und Satellitenschüssel. Die SAT-Schüssel wird meist am Balkon montiert und besteht aus einer Parabolantenne (der runde Teller) und einem rauscharmen Signalumsetzer (abgekürzt LNB), der an der Antennenspitze sitzt. Ein Amtennenkabel führt von der Schüssel aus in die Wohnung hinein, in der sich ein SAT-Receiver befindet. Der Receiver wandelt das Signal in die jeweiligen Bilder um, welches wiederum durch das Kabel an den TV geschickt werden.

Die wichtigsten Bestandteile einer Satellitenanlage im Überblick

LNB und Satellitenschüssel: Die Parabolantenne mit dem dazugehörigen LNB ist das Herzstück einer kompletten Satellitenanlage. Die leicht gewölbte Schüssel empfängt mit dem Empfangsknopf die Signale, die ein Satellit in die Erdumlaufbahn aussendet. Da das Signal eine äußerst weite Strecke von rund 36.000 Kilometern zurücklegen muss, werden die schwachen Signale im Empfangskopf der Schüssel gebündelt. Der dort befindliche Zwischenfrequenz-Verstärker kann das Signal verstärken und die hohe Satellitenfrequenz in eine niedrigere Frequenz umwandeln, die sodann mithilfe eines Koaxialkabel zum Receiver weitergeleitet wird.

Das LNB gibt es verschiedene Varianten. Je nach Bauart können unterschiedlich viele Verbraucher in einem Haushalt versorgen können:

– Single-LNB für 1 Teilnehmer
– Twin-LNB für bis zu 2 Teilnehmer
– Quad-LNB für bis zu 4 Teilnehmer
– Octo-LNB für bis zu 8 Teilnehmer

Kann mehr als ein Verbraucher abgedeckt werden, ist ein sogenannter Multischalter integriert, der die Signale aufspaltet und diese an die verschiedenen Receiver weiterleitet.

2. Receiver
Der SAT-Receiver ist der kleine Kasten mit Fernbedienung, der innerhalb der Wohnung – meist in der Nähe des Fernsehgerätes aufbewahrt wird. In vielen modernen TV-Geräten ist oft bereits ein DVB-S2-Tuner integriert, sodass ein separater Revceiver nicht mehr benötigt wird.

Tipp:

Insofern in Ihrem Haushalt sämtliche Fernseher DVB-S-fähig sind, lohnt sich für Sie der Kauf einer kompletten Satellitenanlage eher weniger. Stattdessen raten wir zum Erwerb einer einzelnen Satellitenschüssel.

Koaxialkabel / Antennenkabel
Damit Sie die SAT-Antenne und den Receiver miteinander verbinden können, benötigen Sie ein Koaxialkabel, was auch als Antennenkabel oder Satellitenkabel bekannt ist. In der Regel beinhaltet der Lieferumfang einer kompletten Satellitenanlage bereits das entsprechend benötigte Kabel, allerdings sollten Sie beim Kauf auf eine ausreichende Länge achten.
Um das Kabel in die Wohnung zu verlegen, muss nicht zwingend ein Loch in die Außenwand des Gebäudes gebohrt werden, denn oft können hierfür Fenster-Durchführungen eingesetzt werden. Dieser besonders flache Kabelabschnitt lässt sich durch ein Fenster oder eine Balkontür in die Wohnung führen.

Technische Merkmale einer Satellitenanlage

Satellitenanlagen sind im Handel in großer Auswahl erhältlich. Um ein Modell zu finden, was Ihren persönlichen Ansprüchen genügen kann, sollten Sie die folgenden Kriterien beim Kauf unbedingt beachten:

1. Halterung
Meist wird die Satellitenschüssel mit einer Masthalterung zusammen geliefert. An einem senkrechten Metallstab kann die Satellitenschüssel in der Regel leicht montiert werden. Da allerdings nicht überall ein solcher Stab zur Befestigung vorhanden ist, können spezielle Wandhalterungen separat hinzugekauft werden, die an der Außenwand angebracht werden. Achten Sie beim Kauf unbedingt auf einen wackelfreien und besonders sicheren Halt, denn sonst wird Ihre neue Satellitenanlage den nächsten Sturm unter Umständen nicht überleben.

2. Receiver-Ausgänge
In der Regel sind moderne Receiver immer mit mehreren Ausgängen ausgestattet, was für Sie als Verbraucher äußerst praktisch ist. Neben dem Antennenkabel können oft auch HDMI-, SCART- und USB-Kabel angeschlossen werden.

Installation der Satellitenanlage

Die Installation der Satellitenanlage sollte im Idealfall von einem Fachmann übernommen werden, da die Montage der SAT-Technik für den Laien nicht immer problemlos möglich ist. Besonders wenn die Außenwand nur schlecht zugänglich ist, kann sich die Installation Ihrer Satellitenanlage schnell als knifflig erweisen.
Die Satellitenschüssel muss ungefähr nach Süden zeigen – beeinflusst von Ihrem genauen Wohnort natürlich. Es sollten sich möglichst keine Hindernisse im Weg befinden, denn dies könnte unter Umständen den Empfang negativ beeinflussen. Wenn Sie den Installationsvorgang dennoch alleine in die Hand nehmen möchten, können Sie sich an den AT-Schüsseln in Ihrer Nachbarschaft grob orientieren. Zeigt der Balkon Ihrer Wohnung in Richtung Norden, ist dort kein Empfang möglich.

Für die Ausrichtung der SAT-Antenne sind zwei Dinge wichtig: Wo befindet sich Ihr Wohnort und auf welche Satellitenposition soll „gezielt“ werden? Abhängig vom Breiten- und Längengrad Ihres Standorts, müssen Sie die Satellitenantenne unterschiedlich ausrichten. Auf Astra 19,2° befindet sich die populärste Ausrichtung. Im Internet sind diverse Berechnungs-Tools zu finden, mit denen sie kostenlos den notwendigen Horizontal- und Neigungswinkel für Ihren Wohnort bestimmen können. Mit den errechneten Daten können Sie sich nun ans Werk machen: Auf Ihrer Satellitenanlage müssen Sie die Grad-Angaben finden. Drehen Sie der Bedienungs- und Installationsanleitung entsprechend den Parabolspiegel solange, bis Sie gewünschte Ausrichtung erreicht haben.

Der SAT-Finder : Für eine besonders leichte Ausrichtung der Satellitenanlage

Ein SAT-Fiunder ist ein besonders nützliches Werkzeug, denn damit können Sie die Satellitenanlage deutlich einfacher und schneller ausrichten bzw. nachjustieren. Für die erfolgreiche Messung ist natürlich eine fertig installierte Satellitenschüssel die Voraussetzung. Zwischen dem LNB und dem Receiver wird der SAT-Finder geschaltet und er erhält seinen Strom über den Receiver oder über den Fernseher mit integriertem Tuner.
Nachdem Sie das praktische Gerät angeschlossen haben, wird Ihnen auf einem Display die Empfangsstärke angezeigt. Nun können Sie Ihre Antenne ganz sachte nach links oder rechts bzw. nach oben oder unten bewegen, bis der SAT-Finder einen optimalen Empfang feststellt. Dies wird Ihnen durch ein Warnsignal vermittelt.

Sattelitenanlage kaufen – welche Größe ist die richtige?

Die gängigsten Satellitenschüsseln sind im Durchmesser wischen 60 und 90 Zentimeter groß. Die Größe hat auf die Senderauswahl keinerlei Einfluss. Bei Regen und Gewitter leidet allerdings die Empfangsqualität kleiner Schüsseln enorm. Oft können sie dann keine Signale mehr empfangen. Sie sollten im Idealfall darauf achten, dass die Satellitenschüssel einen Durchmesser von 60 cm oder mehr aufweist. Zu guter Letzt sollten Sie selbstverständlich zu einer digitalen Satellitenanlage greifen, denn das analoge Satellitensignal wurde bekanntlich längst abgeschaltet.

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