IP TV: Die moderne Art fern zu sehen

IP TV: Fernsehen mit Hilfe des Internets.

Fernsehen als fester Bestandteil der Haushalte, hat nicht nur in Deutschland dem starren Fernsehprogramm auf Wiedersehen gesagt und geht jetzt ganz neue Wege mit Smart IP TV. Beim IP TV erhalten die Zuschauer zeitversetztes Fernsehen und können sich gewünschte Sendungen zu einem beliebigen Zeitpunkt ansehen. Hier erfahren Sie alles zu dem spannenden Thema IP TV und die sich dadurch bietenden Möglichkeiten.

Was ist IP TV – Wie funktioniert IP TV?

IP TV Ist die Abkürzung für Internet Protocol Television. Mit dem Internet Protocol Television realisiert man die Übertragung von Fernsehprogrammen und Filmen über das Internet Protocol. IPTV ist ein Begriff, den es in vielen unterschiedlichen Varianten gibt. Diese reichen vom einem einfachen IPTV am Computer oder dem Handy bis zu den besonderen Endgeräten, die der Benutzer nicht mehr bewusst als Smart IP TV wahrnimmt, so dass er nicht daran denkt, dass er das Internet zum fernsehen nutzt. Der Benutzer bedient über seinen Fernseher eine Set-Top-Box wie es bei Apple TV oder dem T-Home Media Receiver 300 der Fall ist.

Was ist IP TV?

Telekommunikationsunternehmen bieten mit IP TV geschlossene Datennetze an. Dienstleister können darüber eine festgesetzte Mindestbandbreite garantieren und somit für reibungslosen TV-Betrieb sorgen. Für IP TV in Full-HD benötigt man einen DSL-Anschluss mit mindestens 16 Mbit/s.

Smart IP TV ist über offenes Internet möglich!

Telekommunikationsdienstleister bieten IP TV über ein geschlossenes Datennetz an. Aber aufgrund neuer Videodatenkompressionen und dem Breitband-Internetzugang können Fernsehen und Videos im offenen Internet angeboten werden. Diese Form der Übertragung ist vielen als Internetfernsehen bekannt. Im Gegensatz zu dem IPTV über ein geschlossenes Netz und dem herkömmlichem Fernsehen bekommt man für das frei verfügbare Internetfernsehen jedoch keine Funktionsgewähr. Es gibt nämlich hier keinen Internet-Provider, der eine Mindestbandbreite dafür garantiert. Auch ist es bereits technisch möglich, die Bandbreite von konkurrierenden Diensten zu reglementiert. Was ein Internetanbieter natürlich oft tut. Ob ein derartiges Vorgehen rechtlich zulässig ist, wird gerade noch politisch diskutiert.

Hinsichtlich ihrer Funktionsmöglichkeiten sind im Prinzip IPTV über ein geschlossenes Netz und das frei zugängliche IP TV weitgehend übereinstimmend. Mithilfe der clientseitigen Puffertechnik, welche Schwankungen bei der Download-Leistung aus den offenen Netzen zeitweise sowie im statistischen Mittel durchaus ausgleichen kann, genügen je nach Bildgröße schon Datenraten mit der Download-Leistung von 2,5 MBit/s um eine ausreichende Videoqualität erreichen zu können. Bei der ständig steigenden Datenrate werden besondere Netze überflüssig und haben Schwierigkeiten, sich auf dem Markt durchzusetzen.

Mögliche Arten der Videoübertragung über IP TV

Wie funktioniert IP TV mit Client-Server oder über Peer-to-Peer

Videodaten werden von einem netzbasierten Video-Server an Clients übertragen. Im Netz verursachte Last wird über räumliche Verteilung von Video-Servern im Netz festgelegt. Bei der Konzentration von Video-Servern an einem Standort kommt es aufgrund einer sternförmigen Verteilung rasch zur Überlastung des betreffenden Netzes.

Videodaten werden bei der Peer-to-Peer Verbindung nicht von nur einem zentralen Server übertragen. Der Empfänger erhält seine Videodaten von einem Beitrag von mehreren verteilten Servern. Durch einen bestimmten dezentralen Algorithmus werden Videodaten in den einzelnen Netzabschnitten zum Teil mehrfach und auch in beide Richtungen zur gleichen Zeit übertragen.

Wie funktioniert IP TV per Unicast oder Multicast

Die Datenübertragung von dem Streamingserver eines Senders zum Smart IP TV Empfangssystem wird über zwei Verfahren realisiert Unicast und Multicast.

Wie funktioniert IP TV über Unicast:

Unicast stellt für jeden Zuschauer einen individuellen Datenstrom bereit. Aufgrund dessen der Zuschauer Startpunkt der Sendung oder des Videobeitrages nach belieben bestimmen (das ist ein Video-on-Demand-Dienst) kann. Das eine erhöhte Netzbelastung zur Folge. Jeder Stream braucht nämlich eine bestimmte Bandbreite.

Wie funktioniert IP TV über Multicast:

Multicast ist ein Verfahren über das alle Empfänger gleichzeitig dieselben Daten von einem Sender bereit gestellt bekommen. Aufgrund dessen ist nur ein lineares Broadcastsystem vorhanden – die Reihenfolge von Sendungen ist hier nicht durch den Benutzer beeinflussbar. Im Wesentlichen ist es das Prinzip des bestehenden Rundfunks.
Beim Multicast steigt die Netzlast für einen Sender nicht konstant mit der Anzahl seiner Teilnehmer. In den Empfängernetzwerken jedoch steigt die Netzlast deutlich an. Video-on-Demand-Dienste sind hier nicht möglich.

Die Datenrate beim IP TV

Die benötigte Datenrate, damit man Bewegtbilder von einem Sender zu einem Empfänger zu übertragen, hängt von der dafür verwendeten Kodierung ab. Die üblichen Faktoren die die Datenrate beeinflussen sind:

  • Bildgröße
  • Farbtiefe
  • Anzahl der Audio-Kanäle
  • Bildveränderungen
  • synchrone Zusatzinformationen

Verwendete Kodierungsverfahren hierbei sind VC1 oder H.264. Für PAL- und (SDTV)-Qualität wird die Datenrate von ca. 2 bis 6 MBit/s benötigt. HDTV braucht eine Datenrate zwischen 6 und 16 MBit/s. Ein Breitbandanschluss zum Teilnehmer ist unbedingt notwendig z.B. DSL, ADSL2/VDSL oder ein Kabelmodem.

Wie funktioniert IP TV über die Sat-over-IP-Technik

Als eine neue Variante ist der Satellitendirektempfang über die Sat-over-IP-Technik. Diese ermöglicht es das Umsetzen von Sat-Signalen des DVB-S und DVB-S2 in der Empfangseinheit (dem LNB) in IP-Pakete für die Verteilung an lokale Netzen. Fernsehempfang erfolgt hierbei über die entsprechenden DLNA-Clients.

Empfangsgeräte für die IP TV Technik – IP TV Player

IP TV über ein geschlossenes Netz benötigt ein vom IP TV-Veranstalter extra dafür freigegebenes Gerät den IP TV Player- die sogenannte Set-Top-Box – für den Empfang auf dem Fernseher des Benutzers. Für den Empfang auf Ihrem PC müssen Sie die Multicast-Adressen von Fernsehstreams kennen. Nur dann können Sie die Programme mit einer entsprechenden Software (zum Beispiel einem VLC-Player) empfangen. Das Programmangebot kann auf eine Ausgabeart (PC, Set-Top-Box und Fernseher …) beschränkt sein. Die Grenzen verschwimmen allerdings, denn PCs können am Fernseher angeschlossen sein oder die TV-Signale auf einem PC wiedergegeben werden. Beim IPTV empfängt ein Endgerät Datenströme über die Internetanbindung und teilt sie in Unterströme auf, dekodiert und schickt ein Bild- oder Audiosignal an eine Video-Audio-Ausgabeeinheit.

Welche IP TV Player gibt es?

  • a.) Der PC ist ein klassischer IP TV Player. Sie benötigen nur die entsprechende Software wie MediaPortal oder das LinuxMCE. Damit ist auch die Bildausgabe über Ihrem Fernseher möglich.
  • b) UMTS-Handys und auch andere mobile IP TV Player mit einem großen Display sind für IP TV geeignet. Darauf können Sie mobil Fernsehen.
  • c.) Set-Top-Box ist ebenfalls ein IP TV Player: Dazu wird die IP TV-Set-Top-Box einerseits an ihren Router (Internetanschluss) und andererseits an eine SCART-Buchse bzw. den HDMI-Eingang Ihres Fernsehers angeschlossen. Reine IP TV-Fernsehgeräte sind noch nicht auf dem Markt. Es gibt aber bereits Flachbildschirme mit einem integrierten Internet-Anschluss (LAN/WLAN) und der dafür benötigten Software von verschiedenen Herstellern.
  • d.) Die IP-Box ist eine proprietäre Box über die Sie Ihr Fernsehgerät mit dem Internet verbinden können. Das ist zum Beispiel AppleTV, Boxee/DLink oder die Boxen mit Google-TV Software.
  • e.) Die Spielkonsole als IP TV Player hat eine Hardwareanordnung wie bei den Set-Top-Boxen.

Wie funktioniert IP TV – Die IP TV-Dienste und die interaktiven Zusatzfunktionen

IP TV hat mehr als nur klassische Fernsehbildübertragung zu bieten. Aufgrund des integralen Rückkanals von IP TV eröffnen sich eine große Zahl an Funktionen für Sie als Zuschauer, die sie zum Teil auch den interaktiven Fernsehsendungen, von den DVD-Spielen oder den Videorekordern kennen.

  • a: Die Suche und die Empfehlung von bestimmten Videobeiträgen oder der Fernsehsender. Diese Suche erfolgt über Klartextanfragen oder das Zuschauer-Profil, das Ihre Vorlieben kennt (TiVo). Angaben werden mit den Metainformationen (Tags), Bilderkennungssystemen sowie Algorithmen im semantischen Netz verglichen und Sie erhalten die passenden Vorschläge generiert.
  • b: Video-on-Demand (bzw. Datenbankfernsehen) ermöglicht Ihnen Abspielen von einem beliebigen Videobeitrag zu jeder Zeit.
  • c: Near-Video-on-Demand erlaubt das Abspielen von einem beliebigen Videobeitrag zu einer festen Anfangszeit.
  • d: Beim Timeshift-Fernsehen können Zuschauer auf Inhalte zugreifen, die vorher auf ein Speichermedium (einer Festplatte) im Endgerät (dem PVR-Videorecorder) oder serverseitig aufgezeichnet wurden.
    Es gibt noch weitere Funktionen wie EPG, Teletext u.m.

Die Funktionen des Web 2.0 bei IP TV:

Als Zuschauer können sie Empfehlungen, Kommentare und Stichwörter für Videobeiträge oder IP TV-Sender abgeben. Die Qualität eines Services kann dadurch verbessert werden.
Sie können zudem individuelle Playlisten erstellen und diese für andere Zuschauer bereitstellen. Die Redaktion wird hierbei dem Zuschauer überlassen. Sie können auch Videobeiträge hochladen. Hier ist aber die Urheberechtsfrage zu klären.

Was ist Smart IP TV?

Smart IP TV ist eine APP mit der Sie Ihre IPTV-Streams auf Android TV abspielen können.
Diese Anwendung enthält erstmal keine Kanäle. Sie müssen eigene Kanäle hinzufügen. Sie können die APP für eine begrenzte Zeit frei nutzen, um ihre Funktionalität zu testen. Smart IP TV ist sehr nützlich. Sie investieren anfangs etwas Zeit und können, dann auf die gewünschten Inhalte gleich zugreifen.

Vorteile und Nachteile von IP TV

Das Fernsehen über IP TV bietet Ihnen im Vergleich zu den herkömmlichen TV Angeboten eine Reihe von Vorteilen. In erster Reihe ist es das zeitversetzte Fernsehen oder „Timeshifting“. Ein Programm kann jederzeit gestoppt werden. Ideal um Snack-Pausen einzulegen oder nach dem Baby zu sehen sowie sonstige Aktivitäten. Die Programmvielfalt der IP TV-Anbieter viel reichhaltiger. Es finden sich auch Spartensender. Ihnen stehen zudem Dienste und eine Bibliothek aus den einzelnen Filmen, sowie Serien und andere Pakete zur Auswahl.

Nachteil ist beim IP TV die Abhängigkeit von einem einzigen Anbieter. Wenn das Internet ausfällt, ist der TV-Empfang ebenfalls nicht möglich. Für IPTV ist eine Set-Top-Box erforderlich, die nur mit einem Fernseher funktioniert. Wer einen zweiten oder sogar dritten Fernseher über IP TV benutzen will, muss mit den erheblichen Mehrkosten für den Kauf von weiteren Set-Top-Boxen rechnen.

Quellen:

  • Wikipedia,
  • https://play.google.com/store/apps/details?id=app.siptv.android&hl=de
  • https://www.onlinekosten.de/iptv/
Noch keine Bewertungen

Bitte bewerten Sie den Artikel:

Wir nutzen Cookies, um Ihnen passende Inhalte zu präsentieren und Ihr Surfvergnügen zu optimieren, aktivieren Cookies aber erst, wenn Sie auf Akzeptieren klickst. Weitere Infos

Wir benutzen Google Analytics, um zu ermitteln, welche Inhalte unsere Besucher sehen wollen und welche nicht. Eingebettete Youtube-Videos helfen Ihnen mittels Cookies nur die Videos zu sehen, die Sie sehen wollen.

Schließen